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Wenn das Fresse mühsam wird
Kaninchen: Wenn das Fressen mühsam wird
Kaninchen Felix verhält sich anders als sonst. Er frisst langsam und neigt zum Speicheln. Ein Grund zur Sorge? „Gut, dass Sie in die Praxis gekommen sind. Das Tier muss behandelt werden“, erklärt die Tierärztin. Felix kann nicht mehr vernünftig Nahrung zu sich nehmen, da seine Nagezähne zu lang geworden sind.
Viel zu oft übersehen Tierhalter die Kauprobleme, die ihre tierischen Schützlinge haben. Die Ursachen sind vielfältig: von der Zahnfehlstellung, Zahnanomalie wie angeborene fehlerhafte Zahnanlagen bis hin zu fehlendem Zahnabrieb durch Fütterungsfehler. Oft werden die Symptome nicht wahrgenommen, so dass bei den kleinen Heimtieren schnell eine lebensbedrohliche Situation entsteht. Nicht selten sind die Tiere bereits abgemagert und sehr geschwächt, wenn sie in die Praxis kommen.
Kauprobleme verursachen schließlich Abmagerung, Aufgasung, Verstopfung oder Durchfall, da die Nahrung nicht ausreichend zerkleinert wird und Nährstoffe nicht genügend aufgeschlüsselt werden. Für Kaninchenhalter wichtig: Gewichtsverlust kündigt ein bestehendes Problem an und weist auch auf Zahnprobleme hin. Deshalb ist es ratsam, Kaninchen wöchentlich zu wiegen. Gewichtsabweichungen von über fünf Prozent sollten den Besitzer veranlassen, sein Tier genauer zu beobachten und vor allem auch Änderungen bei der Kotmenge zu kontrollieren. Ziehen Sie gegebenenfalls Ihren Tierarzt zu Rate.
Wie erkennt der Tierhalter ein Kauproblem?
Schiefe Abnutzung der Schneidezähne deutet meist auf ein Problem im Backenzahnbereich hin. VermehrteKaubewegungen ohne die vorherigeFutteraufnahme und Speicheln sindweitere Indizien für Zahn- oderKieferprobleme. Auch Schwellungenim Unterkiefer- oder Kehlbereichkönnen Hinweise für eine fortgeschritteneKauproblematik sein.Mögliche Symptome sind ebensoeine Vergrößerung des Augapfelssowie Tränen- oder Nasenausfluss.
Im Fall von Felix kann der Tierhaltereffektiv dazu beitragen, dass es in Zukunftkeine Kauprobleme mehr gibt:Felix‘ Napf für Trockenfutter undFertigfuttermischungen bleibt leer.Denn durch die häufige Fütterung vonpelletiertem und körnerreichem Futterist ein natürlicher Zahnabrieb kaummöglich. Dafür erhält er eine stetsüppig gefüllte Raufe mit festem Heu.Kaninchenzähne wachsen schließlichein Leben lang. Auf den Futterplangehören auch frisches Grünfutter, getrockneteund frische Kräuter, Gemüseund Zweige zum Benagen.