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F.O.R.L.
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F.O.R.L.: Viele Katzen sind betroffen
Katzenhalter sollten dringend auf den Zustand der Zähne und des Zahnfleisches ihrer Tiere achten und tierärztliche Kontrollen einplanen. Denn Studien haben ergeben: 50 Prozent der Katzen über fünf Jahre leiden an massiven Zahnfleischund Zahnproblemen.
Das große Problem: Oft bemerken Tierhalter die Erkrankung nicht. Die Entzündungen stehen wahrscheinlich im Zusammenhang mit chronischen Virusinfektionen und deuten auf eine Überlastung des Immunsystems hin. Es kommt außer Plaque und Zahnstein zur Ausprägung so genannter „feline osteoclastic resorptive lesions“ ( F.O.R.L.).
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Was ist F.O.R.L.?
Diese Defekte sind karies-ähnliche Zerstörungen der Zahnhartsubstanzen, deren eigentliche Ursache noch ungeklärt ist. Sie beginnen meistens am Übergang von der Zahnkrone zum Zahnfleisch (am sog. Zahnhals) und zerstören innerhalb weniger Monate durch Auflösungsprozesse den Zahnschmelz und das Dentin (Zahnbein), was letztendlich zum Verlust des Zahnes führt.
Bereits nach kurzer Zeit wird der Zahnnerv erreicht, was die Erkrankung besonders schmerzhaft macht. Die Katzen verweigern dann oft wegen der starken Schmerzen die Nahrung, besonders Hartfutter, magern ab und werden manchmal richtiggehend kopfscheu. Doch dann ist die Erkrankung bereits fortgeschritten. Weiterhin unbehandelt kommt es zur völligen Zerstörung des Zahnes, und das oft an mehreren Stellen im Gebiss. Die befallenen Zähne brechen ab, und eiternde Wurzelreste führen zu äußerst schmerzhaften Zahnfachentzündungen. Ist „FORL“ einmal ausgeprägt, ist die Behandlung nur in sehr begrenztem Umfang möglich. In leichteren Fällen kann durch örtliche Reinigung und Behandlung mit Fluorlack oder durch Ausbohren der Defekte und Verfüllen mit speziellen Zahnzementen ein Fortschreiten verzögert werden. Doch meistens kommt es zur völligen Zerstörung der Zähne. Im Kieferknochen verbliebene Wurzelreste führen zur Zahnfachvereiterung und verlängern damit den Leidensweg des Tieres. Häufig ist das Entfernen aller befallenen Zähne die einzig sinnvolle Behandlung. Dies ist im Sinne des Tieres: Es wird sofort schmerzfrei und gewöhnt sich schnell an den Zahnverlust.
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Wie Tierhalter vorbeugen können
Die einzig mögliche Vorbeugung sind eine sorgfältige Mundhygiene und regelmäßige Zahnkontrollen. Das Kauen von Trockenfutter und spezielles Zahnreinigungsfutter halten die Zähne sauber. Zahnbeläge (Plaque) und Zahnstein müssen mit Ultraschall unter kurzer Allgemeinnarkose entfernt werden, die Zahnhälse sorgfältig kontrolliert und poliert werden. Verdächtige Zähne sollten durch eine Röntgenaufnahme weiter untersucht werden. Nicht immer sind die Veränderungen äußerlich sichtbar. Der Einsatz eines speziellen Antibiotikums kann den Erfolg der Behandlung wesentlich verbessern.
(Text: Dr. med. vet. Stefan Gabriel, Meschede)