Hautpilzerkrankungen können vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Solche Infektionen bezeichnet man als Zoonosen. Beim Meerschweinchen kommt vor allem die Trichophytie vor, eine durch Fadenpilze (Dermatophyten) verursachte Hauterkrankung. Eine Ansteckung erfolgt durch direkten Kontakt mit erkrankten oder infizierten Tieren. Auch Einstreu, Heu, Textilien und Gegenstände können Pilzsporen verbreiten.
Eine Trichophytie zeigt sich häufig durch kahle oder schüttere Stellen, abgebrochene Haare, Schuppen und Krusten. Besonders häufig sind Kopf, Ohren und Rücken betroffen. Die Haut kann gerötet sein. Juckreiz ist möglich, tritt aber nicht bei jedem Tier auf. Haarausfall bedeutet allerdings nicht automatisch Hautpilz. Auch Milben, Läuse, Verletzungen oder gegenseitiges Benagen des Fells können ähnliche Veränderungen verursachen. Deshalb sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden.
Eine Trichophytie ist in der Regel gut behandelbar. Je nach Ausmaß werden pilzwirksame Medikamente äußerlich und auch zum Eingeben eingesetzt. Da Pilzsporen in der Umgebung längere Zeit überleben können, ist eine gründliche Reinigung des Geheges und der Gegenstände wichtig. Partnertiere sollten ebenfalls untersucht werden, da sie infiziert sein können, ohne bereits Hautveränderungen zu zeigen.
Auch für den Menschen besteht ein Ansteckungsrisiko. Beim Umgang mit einem erkrankten Meerschweinchen sind deshalb sorgfältige Handhygiene und regelmäßige Reinigung wichtig. Menschen mit geschwächtem Immunsystem und kleine Kinder sollten besonders vorsichtig sein. Treten beim Menschen verdächtige Hautveränderungen auf, sollte ein Arzt über den Tierkontakt informiert werden.
Früherkennung und Vorsorge
Kontrollieren Sie Haut und Fell regelmäßig. Kahle Stellen, Schuppen, Krusten oder ungewöhnlicher Haarverlust sollten zeitnah tierärztlich untersucht werden. Eine artgerechte Haltung mit ausreichend Platz, passenden Sozialpartnern, sauberer Einstreu und einer ausgewogenen, vitamin-C-reichen Ernährung unterstützt die Gesundheit. Bei einer bestätigten Infektion sollten Gehege und Zubehör gründlich gereinigt und nach tierärztlicher Empfehlung desinfiziert werden. Die Behandlung sollte konsequent bis zum Ende erfolgen.






