Mit Giftstoffen präparierte Fleischstücke, Leckerli oder andere Nahrungsmittel stellen eine ernste Gefahr für Hunde dar. Wo vor Giftködern gewarnt wird, sollte der Hund vorsorglich an der Leine geführt werden. Auch im eigenen Haushalt lauern Gefahren: Schokolade, Weintrauben und Rosinen, koffeinhaltige Produkte und Xylit (Xylitol) können für Hunde giftig sein. Kleine Mengen können gefährlich sein.
Medikamente wie Paracetamol dürfen niemals ohne tierärztliche Rücksprache verabreicht werden. Reinigungsmittel und andere Chemikalien gehören außer Reichweite von Hund und Katze.
Wie erkennt man eine Vergiftung?
Die Beschwerden hängen vom Giftstoff, der Menge und dem Zeitpunkt der Aufnahme ab. Manche Vergiftungen zeigen sich schnell, bei anderen treten Symptome erst nach Stunden oder Tagen auf. Mögliche Anzeichen sind starkes Speicheln, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Unruhe oder Teilnahmslosigkeit, Schwäche, Taumeln, Zittern, Krampfanfälle, Atembeschwerden und Kreislaufstörungen bis zum Kollaps. Bei bestimmten Rattengiften können Blutungen auftreten. Anhand der Symptome lässt sich meist nicht erkennen, welches Gift aufgenommen wurde.
Was ist im Notfall zu tun?
Bei Verdacht auf eine Vergiftung zählt jede Minute. Kontaktieren Sie unverzüglich eine Tierarztpraxis/Tierklinik oder den tierärztlichen Notdienst – auch wenn Ihr Tier zunächst noch unauffällig ist. Wenn möglich, nehmen Sie Reste des Köders oder Hinweise auf den aufgenommenen Stoff mit. Lösen Sie nicht eigenständig Erbrechen aus und geben Sie keine Hausmittel wie Milch oder Öl. Ob Erbrechen sinnvoll ist, hängt vom Giftstoff und dem Zustand des Hundes ab. Unter tierärztlicher Anleitung kann es bei bestimmten Vergiftungen sinnvoll sein; bei ätzenden Stoffen, Bewusstseinsstörungen oder Krampfanfällen kann es gefährlich sein.
Tierärztliche Hilfe
Zunächst werden Atmung und Kreislauf stabilisiert. Je nach Giftstoff kann die weitere Aufnahme verhindert werden, beispielsweise durch kontrolliert ausgelöstes Erbrechen oder Aktivkohle. In bestimmten Fällen gibt es spezielle Gegenmittel. Bei blutgerinnungshemmenden Rattengiften kann Vitamin K1 eingesetzt werden. Je nach Vergiftung sind außerdem Infusionen, Medikamente gegen Krampfanfälle und Überwachung notwendig.
Merke: Bei Verdacht auf einen Giftköder oder eine andere Vergiftung nicht auf Symptome warten. Sofort tierärztlichen Rat einholen und das Tier checken lassen.






