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Nach einer Operation

Die Operation ist geschafft – nun beginnt die Teamarbeit zwischen Hund, Halter und Tierarzt. Damit die Wunde in Ruhe heilen kann, braucht der Körper vor allem Zeit, Schutz und möglichst wenig Action. Auch wenn der vierbeinige Patient schon am zweiten Tag meint, er könne wieder Bäume ausreißen: Die frische Naht sieht das häufig anders.

Was ist nach der Operation normal?

In den ersten Tagen darf die Haut rund um die Operationswunde leicht gerötet oder etwas geschwollen sein. Auch ein kleiner Bluterguss kann auftreten. Die Wundränder sollten aneinander liegen, die Naht stets sauber und trocken bleiben. Unter der Haut läuft währenddessen ein Reparaturprogramm ab: Zunächst werden Blutung und Entzündungsreaktion kontrolliert, anschließend entsteht neues Gewebe und später wird die Narbe Schritt für Schritt stabiler (Remodelling).

Wichtig ist deshalb Schonung. Kurze Spaziergänge an der Leine sind meist sinnvoller als Toben, Springen oder Treppenrennen. Wie lange Schonung nötig ist, hängt von der Operation ab; häufig sind es sieben bis 14 Tage. Baden und Schwimmen sind tabu, solange die Wunde nicht verheilt ist. Cremes, Desinfektionsmittel oder Hausmittel gehören ebenfalls nicht auf die Naht, sofern die Tierarztpraxis sie nicht ausdrücklich empfohlen hat.

Lecken verboten: Viele Hunde betrachten eine frische Naht leider als persönliches Pflegeprojekt. Hinzu kommt: Wenn die Wunde heilt, kann sie anfangen zu jucken – und schon ist die Hundezunge zur Stelle. Lecken und Knabbern können jedoch Keime eintragen, die Haut reizen oder sogar Fäden lösen. Ein Halskragen oder geeigneter OP-Body verhindert, dass aus Juckreiz und gut gemeinter Hundehygiene eine Baustelle wird.

Die Wunde sollte wirklich täglich kontrolliert werden. Zunehmende Rötung oder Schwellung, starke Wärme, unangenehmer Geruch, austretendes Sekret, anhaltende Blutung oder auseinanderweichende Wundränder sind Gründe, die Tierarztpraxis zu kontaktieren. Gleiches gilt, wenn der Hund ungewöhnlich matt wirkt, starke Schmerzen zeigt oder sich sein Allgemeinzustand verschlechtert.

Selbstauflösende Fäden bleiben häufig im Gewebe; andere Fäden oder Klammern werden meistens nach etwa zehn bis 14 Tagen entfernt. Den genauen Zeitpunkt bestimmt die behandelnde Praxis.

Die beste Hilfe bei der Wundheilung ist manchmal erstaunlich unspektakulär: Ruhe, Kontrolle und etwas Geduld. Für temperamentvolle Hunde womöglich die anspruchsvollste Therapie überhaupt – aber eine, die sich lohnt.