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Magen-Darm-Stase: Marie mag plötzlich kein Heu

Marie lebt mit ihren Freunden im Innengehege. Jedes Heubüschel wird neugierig geprüft. Heute sitzt sie still in der Ecke und rührt selbst ihr Lieblingsgrün nicht an. Eine Laune? Bei Kaninchen leider ein Alarmsignal: Wer plötzlich nicht frisst, braucht schnell tierärztliche Hilfe.

Wenn der Darm auf Sparflamme läuft

Kaninchen müssen über den Tag verteilt immer wieder faserreiche Nahrung aufnehmen. So bleibt ihr empfindliches Verdauungssystem in Bewegung. Schmerzen, Stress, Zahnprobleme, andere Erkrankungen oder zu wenig Rohfaser können dazu führen, dass sie weniger fressen. Der Nahrungsbrei gelangt langsamer durch Magen und Darm: Es entsteht eine Magen-Darm-Stase (gastrointestinale Stase).

Dabei verändert sich auch die Darmflora. Gase sammeln sich an, der Bauch schmerzt, der Appetit verschwindet weiter – ein unangenehmer Teufelskreis. Marie sitzt womöglich gekrümmt, knirscht vor Schmerz mit den Zähnen oder zieht sich zurück. Ihre Kotkügelchen werden kleiner, seltener oder bleiben ganz aus. In der Kaninchen-WG sollte deshalb jedes Tier einzeln beobachtet werden: Ein voller Futternapf verrät nicht, wer tatsächlich gefressen hat.

Was Marie jetzt braucht

Frisst ein Kaninchen nicht mehr oder setzt deutlich weniger Kot ab, gilt: nicht bis morgen warten! Ein praller, schmerzhafter Bauch und starke Teilnahmslosigkeit sind akute Notfallzeichen. Eine Darmblockade kann ähnlich aussehen und lebensbedrohlich sein. Darum bitte weder auf eigene Faust Medikamente geben noch das Tier zwangsfüttern: Bei einem Verschluss kann das gefährlich werden.

Die Tierarztpraxis/Tierklinik untersucht Bauch und Zähne und nutzt bei Bedarf Röntgen oder Ultraschall. Je nach Ursache helfen Flüssigkeit, wirksame Schmerzmittel und eine gezielte Unterstützung der Ernährung. Mittel, die den Darm anregen, kommen erst infrage, wenn eine Blockade ausgeschlossen ist.

Damit Maries Verdauung möglichst rundläuft, gehören Heu zur freien Verfügung, geeignetes Frischfutter, Wasser, Bewegung und Ruhe zum Alltag. Auch regelmäßige Zahnkontrollen sind wichtig. Und ihre Freunde? Die dürfen weiter gemeinsam mümmeln – während wir ein Auge darauf haben, ob Marie mitmacht.