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Kaninchen: Warum Läufe wund werden können

Kaninchen sind Meister im Hoppeln und Hakenschlagen. Damit ihre empfindlichen Füße das gut mitmachen, brauchen sie einen geeigneten Untergrund. Bei einer Pododermatitis entzündet sich die Haut an der Unterseite der Hinterfüße. Man spricht auch von „wunden Läufen“ oder „sore hocks“.

Wie entstehen wunde Läufe?

Anders als Hunde und Katzen besitzen Kaninchen keine gepolsterten Pfotenballen. Ihre Fußsohlen werden vor allem durch dichtes Fell geschützt. Wird dieses dauerhaft stark belastet, kann das Fell dünner und die Haut darunter gereizt oder wund werden. Harte, raue oder feuchte Untergründe erhöhen das Risiko. Auch Übergewicht, zu lange Krallen, wenig Bewegung oder Fehlstellungen können dazu führen, dass bestimmte Bereiche stark belastet werden. Große, schwere Kaninchen und Rexkaninchen gelten als anfälliger.

Woran erkennt man eine Pododermatitis? Zuerst fällt oft nur eine kahle oder gerötete Stelle an der Fußunterseite auf. Schreitet die Erkrankung fort, können Schwellungen, Krusten, offene Wunden und Schmerzen hinzukommen. Manche Kaninchen sitzen anders, bewegen sich weniger oder verlagern ihr Gewicht auf die Vorderbeine. Dringen Bakterien in geschädigte Haut ein, kann die Entzündung tiefere Gewebe, Gelenke oder Knochen erreichen.

Je früher wunde Läufe erkannt werden, desto besser lassen sie sich behandeln. Die Tierärztin oder der Tierarzt beurteilt Haut, Bewegungsapparat und Auslöser. Je nach Schweregrad können Wundversorgung, Verbände, Schmerzmittel oder bei bakterieller Infektion weitere Medikamente nötig sein. Bei tiefen Veränderungen können Röntgenaufnahmen sinnvoll sein.

Weiche Füße brauchen weichen Boden

Zur Behandlung gehört auch ein Blick auf die Haltung. Trockene, saubere und weich gepolsterte Liegeflächen entlasten die Füße. Das ist sinnvoll. Krallen sollten regelmäßig kontrolliert und Übergewicht vermieden werden. Ein täglicher „Pfotencheck“ ist schnell gemacht: beim Kuscheln einfach unter die Hinterläufe schauen. Werden kahle, rote oder wunde Stellen entdeckt, sollte das Kaninchen früh tierärztlich vorgestellt werden – damit aus einem kleinen Druckpunkt kein großes Fußproblem wird.